Click here for English version
Das Partizipative Stipendienprogramm
Das Partizipative Stipendienprogramm versteht sich als Plattform für eine enge Zusammenarbeit zwischen lokalen Communities und (internationalen) Kunst- und Kulturaktivist*innen und Kollektiven.
Kulturinstitutionen sind nicht für alle Menschen gleich zugänglich. Die Kritik an den Ausschlussmechanismen der Kulturinstitutionen ist in den letzten Jahren zunehmend auf Gehör gestoßen. Die Umsetzung dieser Kritik erfolgt allerdings oft nur auf ästhetischer oder projektbasierter Ebene, strukturell passiert wenig. Ein vorgelebtes practice what you present bleibt oftmals aus.
Es existiert ein Missverhältnis zwischen denjenigen, die Zugang zu den Institutionen erhalten und anderen, denen dieser Zugang nach wie vor verwehrt wird. Diesen Missstand möchte das Partizipative Stipendienprogramm adressieren. Der Aspekt der Partizipation ist daher der zentrale Gedanke des Programms und soll im doppelten Sinne – als Teilhabe und Teilnahme – verstanden werden.
Geprägt von intersektionalen, dekolonialen und machtkritischen Ansätzen erkundet die ADKDW mit dem Partizipativen Stipendienprogramm neue Formen der Zusammenarbeit. Ziel ist es, institutionell und gesellschaftlich marginalisierten lokale Akteur*innen und Communities die aktive und langfristige Teilhabe am Programm der ADKDW zu ermöglichen. Die Partner*innen setzen mit ihren künstlerischen und politischen Anliegen den Rahmen für die Zusammenarbeit. Das Programm ist gezielt spartenunabhängig ausgerichtet und versteht Recherche, Netzwerk- und Community-Arbeit als wichtige Bestandteile künstlerischen, kulturellen und/oder aktivistischen Arbeitens. Die Stipendiat*innen erhalten die Möglichkeit ein vielseitiges Programm mit Fokus auf kollaborative Formate zu entwickeln und zu realisieren. Ausgewählt werden die Stipendiat*innen durch eine Jury, die von der ADKDW und den Partner*innen besetzt ist. Bei ihrem Vorhaben werden die Stipendiat*innen von den Partner*innen und der ADKDW unterstützt.
2021–2022 | ADKDW, DEMASK Kollektiv, Integrationshaus e.V.
Ziel der Zusammenarbeit zwischen ADKDW, DEMASK Kollektiv und Integrationshaus e.V. ist es, marginalisierte Identitäten zu stärken und eine Veränderung der aktuellen Machtdynamiken zu ermöglichen. Wir wollen mit der gemeinsamen Arbeit einen Raum schaffen, der Zeit für Recherche, Netzwerkarbeit und kollektives Arbeiten zulässt. Dies soll ein Raum sein, der mithilfe partizipativer Aktivitäten Platz für dekoloniale und machtkritische Praktiken schafft. Mit dem Angebot möchten wir Netzwerke stärken und voneinander lernen.
Wir möchten uns für eine widerständige postmigrantische Gesellschaft einsetzen, die Widersprüche aushält. Innere und äußere, eigene und fremde widerständige Perspektiven und Handlungen sind Teil davon. Diese wahrzunehmen, ihnen Aufmerksamkeit zu geben, Position zu beziehen, sich solidarisch zu zeigen, nachzufragen und neugierig zu bleiben zeichnet unsere Zusammenarbeit aus.
Unser Programm richtet sich an Kunst- und Kulturaktivist*innen sowie Kollektive, die sich (mehrheitlich) als BI*PoC – Black, Indigenous+, People of Color positionieren und diejenigen, die Rassismus erleben, sich aber nicht mit diesen Bezeichnungen identifizieren. Insbesondere intersektional marginalisierte Menschen (beispielsweise BI*PoC, die sich im LGBTQIA+ Spektrum verorten oder die behindert werden), sich als FLINT*-identifizierende und diejenigen, die geschlechtsspezifische Diskriminierung erfahren, sich aber nicht mit diesen Bezeichnungen identifizieren, sollen ermutigt werden, Teil des Programms zu werden.
Mit dieser Kooperation möchten wir Fürsorge und Transparenz üben. Unsere Herangehensweise soll intersektional sein. Dabei ist uns bewusst, dass dies als ein Prozess zu verstehen ist, in dem wir stetig versuchen wollen, uns diesbezüglich zu verbessern.
Weil wir als Team bestimmte Perspektiven, Privilegien und Marginalisierungen mitbringen, ist uns bewusst, dass das was wir tun nur ein Anfang sein kann – wir machen Fehler und werden im Zuge unserer Arbeit weitere Fehler machen. Wir möchten euch als interessierte Personen dazu anregen, uns zu kritisieren, wenn ihr problematische Inhalte bei uns entdeckt oder konstruktive Vorschläge für Verbesserungen an unserer Arbeit habt. Es ist uns wichtig, uns nach den Vorstellungen der angesprochenen Communities weiterzuentwickeln und den unterschiedlichen Ansprüchen, soweit es uns möglich ist, gerecht zu werden. Diese Herangehensweise hilft uns dabei, unsere Arbeit inklusiv zu gestalten und mit der Zeit noch inklusiver zu werden. Wir nehmen uns vor, offen für eure Kritik zu sein, diese und uns zu überprüfen, nachzufragen, abzuwägen und wollen dementsprechend informiert handeln. Uns ist bewusst, dass es Arbeit kostet und schmerzhaft sein kann, uns auf unsere Fehler aufmerksam zu machen und uns dein Wissen zugänglich zu machen. Deswegen verstehen wir gut, wenn du dich dazu entscheidest, dies nicht zu tun. Gleichzeitig sind wir unglaublich dankbar, wenn du dich doch dazu entscheiden solltest, dir diese Arbeit zu machen.
2021 | Call
6-monatiges Stipendium in Köln zur Gestaltung eines partizipativen Programms
Zeitraum: 09 2021–02 2022
Honorar: 2.000 EUR / Monat
Erwartete Arbeitszeit: 16 Stunden / Woche
Projektbudget: 1.000 EUR / Monat
Bewerbungsfrist: 09 05 2021
Allgemeine Information
Das Partizipative Stipendienprogramm versteht sich als Plattform für eine enge Zusammenarbeit zwischen lokalen Communities und (internationalen) Kunst- und Kulturaktivist*innen und Kollektiven. Das Programm wird durch die Stipendiat*innen realisiert. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der ADKDW und deren Partner*innen DEMASK und Integrationshaus e.V. Über einen Zeitraum von sechs Monaten gestalten die Stipendiat*innen im Rahmen eines selbstgewählten Themas ein partizipatives Programm. Die partizipativen Aktivitäten wiederum richten sich an lokale Communities und sollen zur Zusammenarbeit mit diesen anregen.
Wer kann sich bewerben?
Zur Bewerbung aufgefordert werden Kunst- und Kulturaktivist*innen sowie Kollektive, deren Praxis partizipative Formate in den Mittelpunkt stellt. Das Programm ist gezielt spartenunabhängig ausgerichtet und versteht Recherche-, Netzwerk- und Community-Arbeit als wichtige Bestandteile des künstlerischen, kulturellen und/oder aktivistischen Arbeitens.
Wir möchten Personen und Gruppen ansprechen, die sich (mehrheitlich) als BI*PoC – Black, Indigenous*, People of Color positionieren und diejenigen, die Rassismus erleben, sich aber nicht mit diesen Bezeichnungen identifizieren. Insbesondere intersektional marginalisierte Menschen (beispielsweise BI*PoC, die sich im LGBTQIA+ Spektrum verorten oder die behindert werden), sich als FLINT*-identifizierende und diejenigen, die geschlechtsspezifische Diskriminierung erfahren, sich aber nicht mit diesen Bezeichnungen identifizieren, sollen ermutigt werden, sich zu bewerben.
Die deutsche Staatsbürgerschaft oder fließend Deutsch zu sprechen sind keine Voraussetzungen für eine Bewerbung. Solltest du dich mit Begriffen wie Kunst- und Kulturaktivist*innen nicht identifizieren, dich aber von dem Programm angesprochen fühlen, möchten wir dich trotzdem ermutigen dich zu bewerben.
Das Stipendium richtet sich nicht nur an Einzelpersonen. Wir freuen uns ebenfalls über Bewerbungen von Kollektiven. Allerdings kann Gruppen kein höheres Honorar angeboten werden, als das oben genannte. Falls ihr ein Kollektiv seid, Interesse an dem Stipendium habt und euch nicht sicher seid, wie wir einen Aufenthalt gestalten können, meldet euch gerne unter den unten genannten Kontaktdaten.
Was wir anbieten
Derzeit sind wir auf der Suche nach einem geeigneten Veranstaltungsort mit Atelier/Arbeitsplatz. Wir können garantieren, dass es Räumlichkeiten zum Arbeiten und für Veranstaltungen geben wird. Wir sind uns bewusst, dass wir nicht alle Kriterien für ein barrierearmes Programm erfüllen. Jedoch hoffen wir, im Laufe der Zeit mehr Ressourcen zum Abbau von Barrieren zur Verfügung zu haben und durch das Programm zu lernen.
Wir stellen Büroausstattung und Arbeitsmaterialien, sowie eine Basisausstattung für Veranstaltungen zur Verfügung. Das Projektbudget von 1.000 Euro pro Monat muss die Kosten für alle Aktivitäten decken, Reisekosten können separat abgerechnet werden.
Wir können zu diesem Zeitpunkt keine Wohnung für die Stipendiat*innen stellen. Zudem ist die Situation bezüglich Covid-19 weiterhin unsicher. Daher ermutigen wir in diesem Jahr besonders regionale Kunst- und Kulturaktivist*innen und Kollektive sich zu bewerben.
Wir bieten ein starkes lokales Netzwerk, auf das die Stipendiat*innen zurückgreifen können, um das Programm als einen Anlaufpunkt für kreative Aktivitäten innerhalb dieser Communities zu gestalten. Wir möchten Raum für Recherche, Kennenlernen und Ankommen ermöglichen und unterstützen dich dabei.
Was wir erwarten
Das Partizipative Stipendienprogramm sucht Kunst- und Kulturaktivist*innen sowie Kollektive, die sich mit intersektionaler und postkolonialer Machtkritik im Kontext kultureller Bildung und zeitgenössischer Kunst auseinandersetzen bzw. dies im weitesten Sinne als Ziel ihrer Arbeit verstehen. Eine inhaltliche Einschränkung des Stipendienprogramms auf diese Themenbereiche ist nicht vorgesehen – es können auch andere Inhalte zentriert werden. Jedoch sollte sich die Praxis der Bewerber*innen in irgendeiner Form mit den Aspekten von Machtkritik, Teilhabe und Teilnahme in einem zeitgenössischen Kulturumfeld bewegen.
Von den Stipendiat*innen wird erwartet, dass sie eine Reihe von partizipativen Aktivitäten gestalten. Diese sollen sich an lokale Communities richten und zur Zusammenarbeit mit ihnen anregen. Es wird nicht erwartet, dass die Stipendiat*innen am Ende des Programms ein Produkt präsentieren. Dennoch begrüßen wir es, wenn die partizipativen Aktivitäten miteinander zusammenhängen oder aufeinander aufbauen.
Hauptaufgaben und Verantwortlichkeiten
Programmierung und Planung
- Planung und Entwicklung von partizipativen Aktivitäten in Absprache mit den drei Partner*innen
- Entwicklung von Aktivitäten, die klar auf die Bedürfnisse einer bestimmten Zielgruppe ausgerichtet sind und sich inhaltlich an den Anliegen der drei Partner*innen ausrichten
- Organisation und Durchführung der partizipativen Aktivitäten mit Unterstützung der drei Partner*innen
- Schaffung einer Arbeitsatmosphäre, die sich Machtdynamiken bewusst ist und aktiv versucht diese abzubauen / zu kompensieren
- Die Stipendiat*innen können in Absprache mit der Leitung des Programms innerhalb der ADKDW über das Projektbudget verfügen. Bei der Verwaltung des Budgets werden die Stipendiat*innen von der Leitung des Programms in der ADKDW unterstützt.
- Zusammenarbeit mit den Kommunikationsabteilungen zur Erstellung von Inhalten für die Webseiten und Social Media aller Partner*innen
- Enge Zusammenarbeit mit der Leitung des Projekts innerhalb der ADKDW zur Erstellung eines Abschlussberichts
- Teilnahme an Besprechungen mit den Partner*innen
*Diese Beschreibung ist lediglich ein Leitfaden für die Art der erforderlichen Arbeit und nicht Teil des Vertrags.*
Die Bewerbung
Die Bewerbung kann schriftlich oder als Tondokument eingereicht werden
- Sie sollte eine Beschreibung deines Vorhabens (Motive und Vorgehen) beinhalten (Text: äquivalent zu 3–5 Seiten bei Schriftgröße 11, Zeilenabstand 1,5; Audio: 5–9 Minuten).
- Falls vorhanden, kannst Du zusätzlich Dokumente von aktuellen/relevanten Projekten anfügen.
- Neben der Beschreibung des Vorhabens müssen folgende Angaben gemacht werden: Name, Wohnort, höchster Bildungsabschluss (eine abgeschlossene Ausbildung ist keine Voraussetzung für das Stipendium), Kontaktdaten (E-Mail-Adresse) und falls vorhanden Online-Präsenz (Website, Instagram, etc.)
Tipps für die Beschreibung des Vorhabens
- Was verstehst du unter Partizipation?
- Wen möchtest du wie erreichen (wer ist deine Zielgruppe)?
- Wie könnten deine partizipativen Aktivitäten konkret aussehen?
- Wie positionierst du dich und deine Arbeit zu den Anliegen des Stipendiums und der Partner*innen?
- Schilderung der eigenen Arbeitsweise: Was sind Mittel und bevorzugte Ausdrucksweisen deiner Arbeit?
- Wie möchtest du von den drei Partner*innen unterstützt werden? Was ist dir bei der Unterstützung durch die drei Partner*innen wichtig?
- Wie stellst du dir den zeitlichen Ablauf deines Stipendiums vor?
*Diese Fragen sind lediglich ein Leitfaden, um dich bei der Bewerbung zu unterstützen und müssen nicht zwingend beantwortet werden.*
Bewerbungsschluss: 09 05 2021
Jury: DEMASK, Integrationshaus e.V. und ADKDW
Persönliche Bewerbungsgespräche: 23 + 24 + 28 06 2021
Finale Entscheidung: Ab dem 05 07 2021
Beginn 1. Stipendium: Anfang 09 2021
Die Bewerber*innen können sich mit ihren Fragen an Nora Wiedenhöft (Leitung des Partizipativen Stipendienprogramms, she/they) wenden. Gerne helfen wir mit allen Fragen, die das Programm betreffen, weiter. E-Mail: wiedenhoeft(@)adkdw.org
Klicke hier, um die Ausschreibung auf der Seite der ADKWD anzuschauen.
Datenschutzrechtliche Hinweise für Bewerber*innen:
Bevor wir Ihre Bewerbung entgegennehmen, weisen wir darauf hin, dass wir zur Durchführung des Bewerbungsverfahrens von Ihnen personenbezogene Daten benötigen, die wir im weiteren Verlauf des Verfahrens zu diesem Zweck erheben, verarbeiten und nutzen werden. Dies können Kontaktdaten und alle mit der Bewerbung in Verbindung stehenden Daten (Lebenslauf, Zeugnisse, Qualifikationen, Antworten auf Fragen etc.) sein.
Für diese Datenverarbeitung ist die ADKDW datenschutzrechtlich verantwortlich. Unsere Berechtigung zur Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zum Zwecke des Bewerbungsverfahrens ergibt sich aus § 26 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Wir versichern, dass Ihre personenbezogenen Daten nicht an Dritte weitergegeben werden. Innerhalb unserer Dienststelle werden Ihre personenbezogenen Daten ausschließlich von den mit der Personalauswahl betrauten Mitarbeiter*innen verarbeitet. Ihre personenbezogenen Daten werden nur so lange bei uns gespeichert, wie es die Durchführung des Bewerbungsverfahrens und für ein sich etwaig anschließendes Arbeitsverhältnis erforderlich ist. Im Falle eine Absage werden wir Ihre Daten innerhalb von sechs Monaten löschen.
Wir weisen Sie darauf hin, dass Ihnen bei der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten nach Art. 15 bis 18, 20 und 21 der Datenschutzgrundverordnung Rechte (insbesondere das Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Verarbeitung und Datenübertragbarkeit) zustehen können. Zudem haben Sie das Recht auf Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde, wenn Sie der Ansicht sind, dass die Verarbeitung der Sie betreffenden Daten gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen verstößt. Das Beschwerderecht kann insbesondere bei einer Aufsichtsbehörde in dem Mitgliedstaat des Aufenthaltsorts oder des Arbeitsplatzes der betroffenen Person oder des Orts des mutmaßlichen Verstoßes geltend gemacht werden.
Für Fragen und Beschwerden über unsere Datenverarbeitung können Sie sich an info(@)adkdw.org wenden.